Was ist eigentlich ein Rollenspiel? Die einfache Antwort: Jede Menge Spaß. Aber wie alles im Leben ist die Antwort nicht ganz so einfach.
Es gibt viele verschiedene Systeme von Rollenspielen, wie z.B. Pen&Paper, Tabletop usw. Unter der Leitung eines Meisters (Spielleiter) versetzen sich die Spieler in einen fiktiven Charakter und interagieren mit anderen um Abenteuer zu erleben. Dabei achtet der Meister darauf, dass die Charaktere die im Regelwerk festgehaltenen Regeln beachten. Der Fantasie der Spieler und des Meisters, der auch den groben Rahmen des Abenteuers liefert, sind (außer den Regeln ;) ) keine Grenzen gesetzt.
Wer einen ausführlicheren Artikel dazu lesen möchte, dem sei der Wikipedia-Artikel zum Rollenspiel empfohlen, welcher eine Übersicht über die allgemeinen Spielabläufe bietet.
Die bekannteste Art des Rollenspiels ist vermutlich das Fantasy-Rollenspiel, welches in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt spielt. Allerdings gibt es ganz verschiedene Genres, bei denen wohl für jeden Geschmack etwas zu finden ist.
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Pen&Paper-Rollenspiel-Genres
Die Rollenspielszene ist, obwohl immer noch klein und ein Nischen-Hobby, inzwischen international so angewachsen, dass ganz verschiedene P&P-Rollenspiele entstanden sind, die unterschiedlichsten Genres angehören. Natürlich ist jedes Rollenspiel sehr individuell und deswegen fast immer nicht einfach oder gar nicht in ein schon vorhandenes Genre einzuordnen – manches Rollenspiel kann man jedoch auch im Gegensatz dazu zu mehreren Genres rechnen.
Nichtsdestotrotz findet ihr hier eine Genre-Übersicht mit dem Schwerpunkt auf Genres und Rollenspielen, die wir besonders im Verein spielen. Wir erheben dabei keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und sind uns bewusst, dass sowohl die Definitionen der einzelnen Genres sowie die Entscheidung darüber, was eigentlich als Genre bezeichnet werden darf, häufig sehr auseinander gehen.
Allen, denen diese Informationen nicht reichen, sei www.rpg-info.de als ein guter und übersichtlicher Einstieg in den Genre-Wust empfohlen. Fast alle Genre-Bezeichnungen im Folgenden wurden von dort übernommen.
Anime
Das Setting bei Anime-Rollenspielen ist an das bei japanischen Zeichentrickfilmen angelehnt. „Klassische Elemente von Anime-Rollenspielen sind außergewöhnliche Kräfte (in Anlehnung an den “Magical Boy/Girl”-Anime, die gern die Ausmaße von Superheldenfähigkeiten erreichen, oft werden auch überzogene Kampfstile, die sich von asiatischen Kampfsportarten herleiten mit einbezogen.“ (Quelle: RPG-Info)
Beispiele: BESM, Dragonball Z, Exalted
Cyberpunk
„Themen des Cyberpunk sind […] Liebe, Wahnsinn oder Einsamkeit gepaart mit zeitgemäßen Science-Fiction-Themen wie Künstliche Intelligenz, Cyberspace oder Gentechnik. Die Zukunftsvisionen dieser Geschichten sind düster und sehr nahe an der Gegenwart. Sie versetzen uns in eine Welt, die vom Verfall, von Umweltverschmutzung und Überbevölkerung gezeichnet ist und deren Bewohner durch den globalen Totalkapitalismus und/oder die faschistoide Herrschaft der Konzerne unterdrückt und in Klassen eingeteilt werden.
Im Grunde ist die Zukunftsvision des Cyberpunks eine überspitzte Version der Gegenwart. Interessanterweise ist Cyberpunkliteratur dennoch niemals eine Gesellschaftsstudie sondern stets die Geschichte von einzelnen. So unmenschlich die geschilderten Handlungsorte sind, so sehr steht doch Mensch im Vordergrund der Geschichte.“ (Quelle: RPG-Info)
Beispiel: Cyberpunk 2020, Shadowrun
Endzeit
Szenarien, die in der Endzeit spielen, sind meist nach einer wie auch immer gearteten Apokalypse auf der Erde angesiedelt. Häufig existiert in dieser post-apokalyptischen Welt nur noch rudimentäre Technik. Meist setzt das Rollenspiel in einer Zeit lange nach der Apokalypse an, und es haben sich schon völlig neue Gesellschaften mit anderen Moral- und Wertevorstellungen sowie Strukturen gebildet, in denen sich die Spieler zurechtfinden müssen. Es gilt üblicherweise das Gesetz des Stärkeren, weshalb Endzeit-Rollenspiele sich häufig durch Düsternis auszeichnen.
Beispiel: Engel, DeGenesis
(Quelle: RPG-Info)
Fantasy
„Als Hintergrund der Fantasyrollenspielen dient für gewöhnlich eine fiktive Welt, die sich in ihren Gesellschaftsstrukturen jedoch meist an historischen Epochen orientiert. Besonders beliebt ist dabei das europäische Mittelalter […]. Technologisch wie kulturell befindet sich die phantastische Welt deshalb fast immer auf einem Stand, der nach heutigen Maßstäben rückständig bis archaisch wirkt. […]
In der Regel wird die Fantasy-Welt von Menschen bewohnt. Darüber hinaus können aber weitere Völker existieren […]. Besonders beliebt sind die […] Fantasyvölker Zwerge, Elfen und Orks, die unter dem Terminus „Rassen“ auftauchen. Sie orientieren sich an Vorbildern aus Feen-, Elfen-, Drachen- und Koboldsagen […]: Zwerge sind ein kleinwüchsiges Volk, leben unter der Erde, tragen einen Vollbart, sind meisterhafte Axt- und Streithammerkämpfer, Schmiede und Zecher. Elfen sind unsterbliche oder zumindest langlebige Wesen, die mal als naturverbundenes Waldvolk, mal als kulturschaffende Hochzivilisation den Menschen moralisch und kulturell überlegen sind. Orks sind hässliche, aggressive Wesen, die auf Krieg und Plünderung aus sind. […] Des Weiteren tauchen Untote wie belebte Skelette, Zombies und Vampire, Tiermenschen wie Zentauren, Minotauren, Satyre, Echsen- und Insektenwesen und Halblinge […] auf.“ (Quelle: Wikipedia)
RPG-Beispiele: Midgard, Dungeons and Dragons, Das Schwarze Auge
Genre-Abänderungen und/ oder -Erweiterungen:
- Dark Fantasy: düstere Fantasy-Welt mit Endezeit-Charakter, den meist Anti-Helden werden große Opfer abverlangt, das Schicksal der Welt steht auf dem Spiel. Als Abwandlung und Genre-Eigenbegriff wird vom RPS Kult der Begriff Dark Fantasy Splatterpunk verwendet.
Beispiele: Arcane Codex, Warhammer Fantasy
- High Fantasy: große Bedeutung von fantastischen Fabelwesen, immens mächtige Magier und Priester, Magie als Bestandteil des täglichen Lebens, Stellenwert der Magie vergleichbar mit dem der Technik in unserer Welt.
Beispiele: Herr der Ringe, Forgotten Realms
- Low Fantasy (auch Heroic Fantasy oder Sword and Sorcery Fantasy): Verzicht auf epische Strukturen der Fantasy (wie die klare Gut-Böse-Trennung), zwiespältige Charaktere mit Schwerpunkt auf dem persönlichen Heldenschicksal statt der Rettung der Welt. Alternative Deutung: Fantasywelt, in der phantastische Wesen und Magie selten und exotisch sind.
Beispiel: Das Lied von Eis und Feuer
(Quelle: RPG-Info)
Horror
„Das Horror-Genre […] zeichnet sich […] durch das Einbrechen einer Bedrohung (oft übernatürlichen Ursprungs) in das Leben eines oder mehrerer Charaktere aus. Der Fokus von Horror-Rollenspielen liegt dabei oft auf der Auseinandersetzung mit dieser Bedrohung, wobei die Charaktere scheinbar keine Chance haben, sich gegen das Widernatürliche zu behaupten.
Die Szenerie vieler Horror-Rollenspiele sind Varianten unserer Welt und in der Gegenwart oder zeitnahen Epochen angesiedelt. Oft treten hierbei übernatürliche Wesen wie Zombies, Vampire oder gänzlich unmenschliche Entitäten in Erscheinung. Der Tod von Charakteren spielt im Horror-Genre oft eine Rolle und ist ein akzeptiertes Stilmittel.“ (Quelle: RPG-Info)
RPG-Beispiele: Call of Cthulhu, World of Darkness
Genre-Abänderungen und/ oder -Erweiterungen:
- Supernatural Horror: Schwerpunkt auf dem Kampf des Menschen gegen eine Bedrohung von außen wie z.B. mächtige Monster, meist Machtlosigkeit des Menschen.
- Persönlicher Horror: Genre-Eigenbezeichnung des RPGs Vampire: The Masquerade, Schwerpunkt auf der Darstellung des von seinem Monster-Sein. Alternative Deutung: durch die eigene Person oder in der eigenen Vorstellung stattfindender Horror (im Gegensatz zum Supernatural Horror).
- Gothic Horror: Genre-Eigenbezeichnung des RPGs Vampire Requiem. Gegenwarts-Spielwelt mit vielen mittelalterlichen Charakteristiken wie gotischer Architektur (Bögen und Gargylen), isolierten Städten, überwucherten Friedhöfen, Fackelschein und Kerzenlicht.
- Grotesk Horror: Genre-Eigenbezeichnung des RPGs Opus Anima, Verbindung von ungewöhnlichen Ideen mit Tragik, Epik und klassischen Horrorelementen sowie Elementen anderer Genres wie Steampunk und Sci-Fi.
(Quelle: RPG-Info)
Martial Arts
„Martial Arts sind meist fernöstlich angehauchte Settings, die sich auf Kampfkünste und Aktionsequenzen konzentrieren. Je nach Setting überwiegt allerdings auch gerne eine stark ausgearbeitete Mythologie, Lebensweise und Esoterik, die gleichermaßen häufig den Fernen Osten fokussiert.“
(Quelle: RPG-Info)
Mantel und Degen (auch Swashbuckling)
Zeitlich in der (Früh)Renaissance platziertes Setting mit meist geringem Fantasyeinfluss.
Beispiele: 7te See
(Quelle: RPG-Info)
Pulp
„Beim Pulp wird im Stil der 20er bis 50er-Jahre Schundheftchen gegen Mr. OverEvil vorgegangen. Trashige Uniformen, große Verschwörungen, riesige Netzwerke der Superschurken, okkulte Einflüsse und vieles mehr können hier eine Rolle spielen. Zeitlich und örtlich ist der Pulp hier ziemlich offen und wenig festgelegt.“ (Quelle: RPG-Info)
Beispiele: Savage Worlds, Indiana Jones
Satire
„Satirische Rollenspiele verspotten, persiflieren oder parodieren einzelne Rollenspiele, ganze Rollenspiel- oder Literatur-Genres, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen oder eine Kombination dieser Elemente. Insofern sind viele Satire-Rollenspiele zugleich Crossover-Systeme. Da Humor ein Grundelement dieser Rollenspielgattung ist, sind meist sowohl Regelsystem als auch Spielwelt darauf ausgerichtet.“ (Quelle: Wikipedia)
Beispiele: Barbaren!, Paranoia
Science Fiction
Science Fiction ist ein Genre, „das den Einzelnen, die Gesellschaft oder die Umwelt in zeitlich, räumlich oder historisch (oft radikal) alternativen Konstellationen betrachtet. Science-Fiction entwirft – häufig in der Zukunft verortete, teilweise auch räumlich entfernte – Konstellationen des Möglichen, beschreibt deren Auswirkungen auf die Gesellschaft und den Menschen und reichert reale wissenschaftliche und technische Möglichkeiten mit fiktionalen Spekulationen an.“ (Quelle: Wikipedia)
Genre-Abänderungen und/ oder -Erweiterungen:
- Space Opera: Haupthandlungsstrang ist meist ein (interstellarer) Konflikt, Schwerpunkt auf romantischen Abenteuern, fremden Welten und Völkern, Überlichtgeschwindigkeitsreisen und Raumschiffkämpfe.
Beispiele: Space Gothic, Fading Suns
Steampunk
In Steampunk-Welten hat die Dampfkraft zu Zeiten der Industrialisierung eine große Bedeutung erlangt und der Elektrizität ihren Rang abgelaufen. Fast alle Maschinen werden mit Dampfkraft angetrieben, komplizierte teils riesige mechanische Gebilde gehören zum Alltag dazu. Dabei werden gerne moderne Bestandteile unserer Welt in dampfbetriebene Kreationen transformiert, wie z.B. ein elektronischer Computer in ein mechanisches Konstrukt, welches die gleichen Funktionen besitzt.
Man unterscheidet häufig zwischen Steamfantasy und dem klassischen Steampunk. Während ersteres in einer alternativen Welt spielt und zum Beispiel Magie ganz natürlich ist, spielt man bei zweiterem in einer alternativen Zukunft unserer historischen Welt. Die meisten Settings befinden sich dabei in Großbritannien zur Mitte oder zum Ende des 19. Jahrhunderts mit den Mode- und Wertevorstellungen des viktorianischen Zeitalters, was ungefähr der deutschen Epoche des Biedermeier entspricht. Neuerdings gewinnen allerdings orientalische und asiatische Settings in diesem Genre zunehmend an Bedeutung.
Beispiele: Victoriana, Etherscope, Schloss Falkenstein
Superhelden
„Das Genre der Superhelden definiert sich über die Existenz übernatürlicher Kräfte/Gadgets bei einigen außergewöhnlichen Individuen.“ Man unterscheidet drei verschiedene Epochen: Das Golden Age (40er – 50er) mit z.B. Superman und einer klaren Unterteilung zwischen Gut und Böse. Darauf folgt das Silver Age (50er – 70er) mit z.B. Batman, wo die Grenzen zwischen Gut und Böse nicht mehr vollständig klar sind. Als letztes kommt das Modern Age (70er – heute) mit typischen Anti-Helden wie Wolverine, wo die Grenzen zwischen Gut und Böse häufig gar nicht mehr erkennbar sind.
Beispiele: Marvel Super Heroes, Cartoon Action Hour
(Quelle: RPG-Info)
Universal-Systeme
„Universal ist die Genrebezeichnung verschiedener Rollenspiele, die es ermöglichen in allen möglichen oder zumindest sehr vielen verschiedenen Genres zu spielen. Die Regeln sind so abstrakt und losgelöst von einer Spielwelt, dass es möglich ist mehrere Spielwelten zu spielen. Der Vorteil liegt darin, dass gänzlich unterschiedliche Kampagnen gespielt werden können, ohne dass ein neues Regelsystem gekauft bzw. erlernt werden muss. Mit Universalrollenspielen ist es sogar möglich, mehrere Genres innerhalb eines Spiels zu vermischen.“ (Quelle: RPG-Info)
Beispiele: GURPS
Viktorianik
„Bei der Viktorianik liegt der Zeitbezug in den Bereichen von 1880 bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts (Amtszeit der britischen Königin Victoria). Die Technologie erhebt sich mehr und mehr. Kolonisierung und Abenteuer spielen eine große Rolle. Oft werden diese Settings auch als Gaslight-Settings bezeichnet.“ (Quelle: RPG-Info)
Beispiele: Private Eye
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