Wofür steht LARP?
LARP ist die Abkürzung für Live Action Role Playing. Wie beim Tisch- oder Pen&Paper-Rollenspiel schlüpft man in die Rolle einer fiktiven Person und stellt sie im Spiel mit anderen Personen dar. Der Unterschied ist hier, dass alles ausgespielt wird. Man bastelt oder kauft sich alle nötigen Requisiten, die man für seinen Charakter braucht.
Es gibt unterschiedliche Spielszenarien, wie etwa Horror und Detektivgeschichten, aber auch Star Trek, Star Wars, Endzeit, Western und natürlich Fantasy-LARP. Fantasy-LARP ist unter den LARPern die größte Szene, mit einer großen internationalen Community.
Wie spielt man LARP?
LARP wird ohne Würfel gespielt. Die Regeln sind sehr einfach, damit man sie auch in der Hitze des Geschehens problemlos anwenden kann. Der große Reiz liegt in der Unmittelbarkeit. Man redet nicht nur von Kämpfen oder Zauberei, man spielt es mit dem ganzen Körper aus. Die Waffen sind aus Schaumstoff, und die Zauber werden mit einfachen Effekten dargestellt. Es ist nicht Hollywood, aber es ist auf seine Art heldenhaft.
Jetzt werden viele verwirrt sein. Muss man alles dabei haben und alles ausspielen? Ja und nein. Auch im LARP kann man nicht alles darstellen. Man kann es aber versuchen. Ausspielen ist Trumpf. Da es keine Würfel gibt, die zeigen wie gut man etwas schafft, werden die Aktionen durch gutes Spiel glaubwürdig. Ein magisches Ritual, eine religiöse Zeremonie, die Heilung einer Wunde oder das Brauen von Tränken, all das wird schöner, wenn man sich Zeit nimmt und es schön ausspielt. Auch schön ausgeführte Kämpfe zählen dazu. Wer auf Sicherheit achtet und fair spielt, der ist bei Mitspielern und Veranstaltern gern gesehen.
Wo kann man spielen?
Stichwort Veranstalter: Wo kann man spielen? Am heimischen Tisch übernimmt der Spielleiter die Aufgabe des Erzählens, inklusive Monster und anderer Gefahren. Wo kommen all diese Wesen her? Wer denkt sich das Abenteuer aus? Und wo findet alles statt?
LARP wird meist in geschlossenen Veranstaltungen gespielt, für die man sich im Vorfeld anmeldet und bezahlt. Diese Conventions finden an passenden Orten, also Zeltplätzen, Burgruinen oder Hüttendörfern statt, wo man viel Freiraum hat. Es gibt kleine Veranstaltungen, die nur einen Tag lang gehen und mit zwanzig Leuten auskommen. Es gibt aber auch Großconventions, bei denen mehrere tausend Leute für eine Woche zusammenkommen. Die Organisatioren (Orga) planen die Conventions und legen den groben Ablauf der Ereignisse (Plot) fest. Die Spielleiter (SL) dienen als Schiedsrichter und Ansprechpartner für bestimmte Gebiete, wie etwa Magie oder magische Kräuter. Die SL stehen auf großen Conventions immer miteinander in Funkkontakt, um Fragen schnell klären zu können. Außerdem geben sie Anweisungen an die Nichtspielercharaktere (NSC), die Monster, Verbündete und Feinde der Spielercharaktere (SC) darstellen. NSC zahlen weniger für die Teilnahme an der Convention und bekommen dafür vorgefertigte Rollen.
Der Plot ist, wie die Abenteuer im Pen&Paper-Rollenspiel, nur ein Überblick über das Geschehen, und kein festes Drehbuch. Der Plot kann besagen, dass die SC bis zum Abend ein magisches Artefakt finden müssen, um Erfolg zu haben, aber es steht nicht fest, ob sie wirklich Erfolg haben. Die Improvisationsgabe von SL und NSC wird oft auf die Probe gestellt, denn Spieler finden immer neue, seltsame Wege, um ihr Ziel zu erreichen.
Eine Sonderrolle spielen auf Conventions die Sanitäter. Wer eine Ausbildung zum Sanitäter gemacht hat, kann sich als solcher auf Cons anmelden und kommt dafür billiger rein. Veranstalter müssen ein hohes Maß an Sicherheit gewährleisten, und Sanitäter sind gerne gesehene Gäste.
Was kann man spielen?
Man kann alles spielen, was man darstellen kann und was in die Spielwelt passt. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Beim Pen&Paper treffen sich wenige Leute und sprechen sich vorher ab, welche Charaktere sie spielen. Im LARP treffen sich zwanzig, wenn nicht gar Hunderte Leute mit unterschiedlichen Erwartungen und Vorstellungen von dem, was angemessen ist. Vor allem in Fantasy-Welten tummeln sich absonderliche Kreaturen. Elfen und Zwerge sind schon ein gewöhnlicher Anblick geworden, aber mit Fantasie und Maskenteilen kann man erstaunliche Effekte erzielen. Wer neu einsteigen möchte, sollte allerdings erst einmal einen Menschen spielen, das ist am günstigsten.
Wie teuer ist LARP?
Das führt zur Kostenfrage. LARP klingt teuer. Man muss sich Schaumstoffwaffen kaufen oder basteln. Man muss sich Gewandung kaufen oder nähen. All das geht ins Geld, klar. Aber es gibt Möglichkeiten, wie man einfach an gute Ausrüstung kommt. Flohmärkte sind wahre Fundgruben für Gürtel, Mäntel, Tongeschirr und viele andere stimmungsvolle Dinge. Theater vor Ort verkaufen hin und wieder Kostüme aus ihrem Fundus. Es gibt viele Möglichkeiten, sich günstig auszurüsten.
Was braucht man?
Anfangs braucht man eher wenig. Wir empfehlen, anfangs auf Eintages-Conventions zu gehen, um zumindest um das Thema Zelt oder Grillgerät einen Bogen zu machen. Wenn man sicher ist, dass man mehr Zeit und Geld in das Hobby investieren möchte, kann man seinen Fundus immer noch erweitern.
-Festes Schuhwerk ist absolut wichtig. Dunkles Leder tut es zu Beginn, später kann man in ein Paar Mittelalter-Stiefel investieren. Stulpen aus Stoff oder Leder erzielen auch einen schönen Effekt.
- Eine Grundgewandung ist ein Muss. Das sind Tunika und Hose oder ein einfaches Kleid, je nach Charakter und bespieltem Kulturkreis. Wer will, kann hier erste Nähversuche starten.
- Ein Mantel ist ebenfalls wichtig. Es kann kalt werden, wenn man draußen rumläuft. Außerdem macht ein Mantel immer viel her.
- LARP-Waffen: Viele Läden verkaufen Einsteigerwaffen zum kleinen Preis. Gerade bei Waffen geht Sicherheit vor, also sammelt lieber erst Erfahrungen, bevor ihr selber etwas baut.
- Sonstige Ausrüstung: Gürtel, Beutel, Schreibzeug, ein dämlicher Hut, bunter Schmuck, Flaschen und Tiegel, Zauberkomponenten, ein Klappstuhl
… LARPer tragen meist eine Menge Kram mit sich herum. Vieles braucht man eigentlich nicht, aber es ist stimmungsvoll und erhöht den Spielspaß.
- Essgeschirr kann man immer brauchen. Tongeschirr ist robust und sieht gut aus. Schaut euch auf Flohmärkten um, da gibt es eigentlich immer gute Ware.
- Schlafsachen (Hundertprozentig LARP-taugliche Schlafsachen sind schwer zu bekommen, aber beim Schlafen drückt man schon einmal ein Auge zu, oder? Bequemlichkeit und Wärme gehen hier vor.)
- Verpflegung (Auf manchen Cons wird gekocht, auf manchen nicht. Brot, Wurst, Käse, Trockenobst und Schokolade sind nahrhaft und lassen sich gut aus der Hand essen. Wer mit Freunden auf ein LARP fährt, kann größer planen und einen Grill mitnehmen.)
- Zelt (Auf manchen Conventions wird gezeltet. Stimmungsvoll gestaltete Zelte sind schön, aber auch teuer. Normale Zelte in gedeckten Farben tun es auch. Nur schreiend bunte Neonfarben müssen wirklich nicht sein.)
Kontakt zu LARP-Gruppen
Wer beim Einstieg ins Hobby LARP nicht alleine sein will, der kann sich in seiner Stadt oder Region nach LARP-Gruppen umsehen und Kontakt aufnehmen. Viele LARP-Gruppen haben ihr eigenes Fantasy-Reich, das sie bespielen und auf großen Cons vertreten. Neulinge sind immer willkommen. Auch wir vom ZeitReisen e.V. greifen LARP-Neulingen gerne mit Rat und Tat unter die Arme. Wenn ihr Fragen zum Thema LARP habt oder Spieler sucht, dann schreibt einfach, oder kommt mal bei uns vorbei!
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